Kalte Herzen – Eine Magd im Schwarzwald

Südbaden 1952. Als die 18-jährige Sekretärin Irmi aus Freiburg unverheiratet schwanger wird, wirft ihr Vater sie aus dem Haus. Mithilfe ihres Bruders Miggi findet sie im Schwarzwald Unterschlupf auf dem Nonnenfeldhof und arbeitet dort als Magd.
Der technische Fortschritt hält allmählich Einzug und bringt Erleichterungen bei der schweren Arbeit auf Feld und Hof. Doch der Krieg hat seine unauslöschlichen Spuren bei den Bewohnern hinterlassen. Immer wieder kommt es zu Konflikten, besonders zwischen Irmi und Jungbäuerin Maria. In ihrer Notlage als ledige Mutter sucht Irmi nach einem Ausweg.

 

 

Julia Heinecke: Kalte Herzen – Eine Magd im Schwarzwald. Badischer Landwirtschafts-Verlag, 312 Seiten, Hardcover, gebunden, 14,80 Euro, ISBN 978-3-9818089-3-3

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Aus dem Vorwort von Thomas Hafen, Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof:

Und jetzt ledige Mütter: Wenn sie nicht aus Angst geschwiegen haben, dann vor Scham. Denn die Kinder, die sie geboren haben, waren nicht – wie in den als rechtmäßig angesehenen Verbindungen – die höchste Erfüllung des Familienglücks. Ihre Kinder waren Wundmale der Schande: Bastarde, Bankerte, Hurenkinder. […]
Es gibt immer noch viele Menschen aus dieser früheren Zeit, die unter dem Makel, unehelich geboren zu haben oder geboren worden zu sein, ein Leben lang leiden. Darüber zu reden und davon zu erzählen kann für sie hilfreich und befreiend sein.

Pressestimmen

Dann kommt die Fasnacht, ein paar Gläser Wein, ein zärtlicher Moment, kaum weiß Irmi, wie ihr geschieht. Und nach vier Wochen der Schreck: Sie ist schwanger, mit einem Bastard. Hast du denn keine Ehre im Leib?, ruft der Vater und schlägt sie ins Gesicht. Irmi geht. Nur wohin? [...] In einer schlichten Sprache, die behutsam den Ton der Zeit aufnimmt, erzählt Heinecke stimmungsvoll und präzise aus wechselnden Perspektiven von der harten Arbeit auf dem Bauernhof. Der Sonntag, 3.6.2018

Kalte Herzen ist ein teils rührendes Dokument der Zeitgeschichte. Es zeigt zum einen, wie damals mit diesem Tabuthema umgegangen worden ist, wie ungnädig die Frauen behandelt wurden. Es schildert aber auch, wie das harte Leben auf den Schwarzwaldhöfen in den 1950er Jahren war und wie es sich veränderte, als die Melkmaschine Einzug hielt, als das Telefon kam, als Schlepper und Ladewagen die Heuernte schneller und leichter machten und als die Touristen den Schwarzwald entdeckten.
Heinecke hat für ihr zweites Buch gut recherchiert, Land und Leute anschaulich beschrieben. Und für Frauen wie Irmi, die junge ledige Mutter aus der Stadt, hat sie im Schwarzwald eine Zukunft gefunden. Jedenfalls im Roman. Badische Zeitung, 6.8.2018